Schichten und Gewässer

Seegarten, Öl auf Spanplatte, 50 x 70 cm, 1998

Im Jahr 1991 hat mir der Würm-See erstmals die Gärten seiner Ufer dargeboten. Sommers wie winters habe ich sie seitdem besucht um mir das große Wasser vom sicheren Land und von der äußersten Oberfläche seiner Haut aus vertraut zu machen. Heute, da ich einen Garten in der Nähe des Sees bewohne, habe ich meine Interessen ausgeweitet: von Zeit zu Zeit lenke ich sie auf die unsichtbare Welt in der Tiefe des Seegartens.

(Aufzeichnungen, 1998)

Die Besiedelung des Sees  hat seit der Erbauung der Bahn, die ihn dem Münchener in einer halben Stunde erreichbar macht, außerordentlich zugenommen. Die Gründung unzähliger Landhäuser war umso verlockender, als die Ufer überall den schönsten Naturpark aus Buchen- und Fichtenwaldung darboten. Wer von Starnberg, dem Bahnzug entronnen, auf einem der schönen Dampfboote den See aufwärts gegen das Gebirge zufährt: an dessen Auge ziehen ununterbrochen wechselnde Bilder vorüber, bald heitre, bald schwermütige Gedanken weckend.

(aus: Das Alpenvorland in: Haushofer, 1900: Oberbayern, Bielefeld und Leipzig: Von Delhagen & Klasing)