Goldenes Buch

Das Goldene Buch (franz. Livre d’or) enthält Eindrücke aus Ausstellungen, eine Sammlung von Inspirationen, Bemerkungen, Assoziationen und Erinnerungsstücken.

So finden sich in loser Folge Bezüge zum Schaffen von gerdlepic.

Willkommen

Herzlich Willkommen!

 

 

(L’homme végétal

 

et ses amis

 

seront très contents

 

de vous voir…)

1989

Seit 1985 war ich Mitglied der Würzburger Künstlerinitiative "Salon 77". In den (damals) großzügigen Räumen an der Veitshöchheimerstrasse übte ich mit einigen Musik-Bands -vor allem aber nutzte ich die ehemaligen Klassenzimmer als Atelier. Hier gründete und leitete ich die Malergruppe des Salons. In jedem Jahr zeigten wir unsere Arbeiten auf dem Würzburger Künstlerfest "Klein Monmartre".

1993

Die Ausstellung im Chambinzky markierte eine kurzzeitige Rückkehr nach Lehrjahren in Nizza, Paris und Stuttgart. Hier hatte ich die Gelegenheit, alte Bekannte und Freunde zu versammeln, die ich lange nicht gesehen hatte und zum Teil später nicht mehr wieder sehen sollte. Das Theater-Café bot mit seinen hohen Räumen den idealen Rahmen für meine Großformate - zumeist Portraits in Öl. Im intimeren Nebenzimmer fanden zahlreiche Collagen einen guten Platz, denn hier konnten sie ungestört vom Barbetrieb "gelesen" werden. An diesem Ort fand auch die Vernissage statt, eingeleitet durch einen fulminanten Vortrag meines alten Freundes Gérard Sendelbach, der leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. In seinem Text schlug er traumwandlerisch Brücken zwischen seiner Zunft, der Psychoanalyse, der surrealistischen Bewegung und meinen Ausdrucksformen.

1998

Beim Gallier in Gräfelfing kaufte ich gerne Wein aus Frankreich. In den neunziger Jahren arbeitete dort Laurent, ein gelernter Koch aus Lyon. Mit ihm zusammen nahm die Idee Gestalt an, im kulinarischen "Schlaraffenland" Bilder zu zeigen, die in Frankreich entstanden waren: Pastelle, Zeichnungen, Acryl- und Ölgemälde. Der Großteil der sujets bezog sich auf Landschaften des midi - Gebiete zwischen Nice und Perpignan. Hier hatte ich einige Sommer lang zwischen Weinbergen und Lavendelfeldern gemalt - in der von mir so geliebten flirrenden Hitze. Zur Einführung in die Ausstellung sprach meine gute Freundin Dr. Sabine Mönikheim, die lange in Frankreich gewohnt hat - die weiteren Stunden des Vernissage-Abends über sang eine wunderbare junge Frau französiche Chansons ... leider habe ich ihren Namen vergessen.

1998

Im Jahr der Geburt meines Sohnes zeigte ich im Schwabinger Figaro Bilder, die im Jahr zuvor in der Karibik entstanden waren. Die Kleinen Antillen, insbesondere Bequia, eine Nachbarinsel von Saint-Vincent, hatten mich mit ihrer Pflanzenpracht wie ein einziger tropischer Garten umwachsen. Wie immer, wenn ich von erfüllenden Reisen zurückkehrte, wollte ich auch dieses Mal die intensiven Eindrücke konservieren, um sie möglichst lange Zeit nacherleben zu können. Dieses Nacherleben setzt bei mir stets Zeit voraus, zum Vertiefen und Umherwandern im Motiv. Der Schwabinger Figaro, ein Friseursalon mit Galerie, bot mir die einzigartige Gelegenheit, mein Publikum zu genau diesem Vorgehen zu "nötigen" ... schließlich waren die Kunden zumindest für die Zeitspanne des Haareschneidens meinen Bildern unausweichlich ausgesetzt.

1998

Während ich eines Tages in Irschenhausen die Schallplattensammlung der Galeristin Ingid Lepsius durchforstete, betrat der persische Maler Parviz Massoudi das Jugendstil-Atelier. Auch er plante eine Ausstellung seiner Bilder bei "Mademoiselle Peter". Bald saßen wir drei - im Gespräch vertieft - bei Kaffee, Tee und Sherry um Ingrids Tisch und genossen die gegenseitige Sympathie. Diese Szene sollte sich in den darauf folgenden Wochen mehrmals wiederholen - bis Parviz mich schließlich mit ausladenden Worten und Gesten dazu einlud, einer Künstlervereinigung beizutreten, die er kurze Zeit zuvor mit zwei befreundeten Malern in Murnau am Staffelsee gegründet hatte. Da ich zumeist mit dem Fahrrad unterwegs bin, erschien mir Murnau von meinem damaligen Wohnort Bernried aus zu weit entfernt, als daß eine reale Zusammenarbeit hätte stattfinden können. Ich lehnte also ab, Mitglied der Murnauer Künstlervereinigung e.V. Tusculum zu werden.

2001

Ein Jahr zuvor war ich auf der heißsteinigen Terasse getanden, geführt von seiner ehemaligen Nachbarin, und blickte hinunter in den letzten Garten meines verehrten Max Ernst. Seillans war noch bevölkert von Zeitzeugen - Menschen, die den alten Monsier Max gekannt haben. Im Hotel-de-France, dem alten Clariond, hingen noch die Originale an den Wänden, die Max Ernst dem Wirt geschenkt hatte - vor der Mauer stand sein alter schwarzer Mercedes. Gegenüber der damals bescheidenen Fondation Ernst/Tanning erhob sich die Ruine des Wohnhauses des Schriftstellers, Max Ernst Freundes und frühen Biografen Patrick Waldberg. 2001 sollte ich jeden Morgen im August die Alarmanlage im Inneren des mittelalterliches Hauses entschärfen, um in meine Ausstellungsräume im alten Konventgebäude gelangen zu können. Im Herzen des Dorfes wurde an einer Übersetzung der bis dahin nur in englischer Originalsprache verfügbaren Autobiografie des Max Ernst Sohnes Jimmy "Not a so still life" gearbeitet. Und zu meiner Vernissage kamen bezaubernde Damen und Herren, die mir erzählten ... .

2002

Im Kreis der Bernrieder Künstler habe ich mich einige Jahre lang regelmäßig an den Jahresausstellungen beteiligt. Dabei empfand ich als besonders inspirierend, die Schau zusammen mit ebenso hochkarätigen wie individualistischen Künstlerinnen und Künstlern ausrichten zu dürfen. Die ausgestellten Werke waren zumeist einzigartig, trugen unverwechselbare Handschriften. Auch die Bandbreite der gezeigten Techniken inspirierte mich, sodaß ich in dieser Zeit viel Neues ausprobierte oder mich wieder dem von mir so früh verlassenen Aquarell zuwandte.

2005

Bei Pierre Eugène wurde mir die Ehre zuteil, gemeinsam mit Mo und Bernd Fleißner auszustellen - die Adresse ihres internet-Auftrittes findet sich unter "links". Beide stehen für unabhängige und unverwechselbare Künstlerpersönlichkeiten: sie verkörpern - jede Person für sich - vielfältiges handwerkliches Können, aus Lebensbildung schöpfende Originalität, unbändige Produktivität, solidarische Großzügigkeit und Gastfreundschaft.

2005

"Mutter Natur" als Ausstellungs-Thema erschien mir wie maßgeschneidert für einen großen Teil meiner Bilder - ich musste nur auswählen unter den jüngsten Geburten meiner "Menschen und Pflanzen". Die Reihe dieser "hommes végétals" wurde im Jahr 1996 im Palmengarten des Hotels "Paradiso" am Lago Maggiore begonnen. Hier schwamm ich allmorgens im Pool über dem See, den eigenen Kopf erhoben unter Bananenstauden und Palmen. Ich erlebte die Verschmelzung von Pflanze und Mensch. Nach dieser Initiation erschien es mir völlig natürlich, künftig menschliche Wesen nur noch mit Pflanzenköpfen darzustellen.

2008

Ins VILLAGE kam ich über die dort gegründete Künstlergruppe ARTIG, bei der ich mich mit Begeisterung engagierte. Zuerst galt mein Interesse dem Ort selbst - der gut tausendjährigen Wassermühle am Achgraben, die immer wieder Zufluchtsort für Verfolgte war - beispielsweise im Dreißigjährigen Krieg. Aktuell - und bis heute immer wieder - zog es mich der Musik wegen ins VILLAGE: hier kann man gute live-Musik hören, in engstem Raum mit den Musikern: von den mit mir gealterten Stars meiner Kindheit bis hin zu den Stars der open-stage am Donnerstag-Abend (DRINGEND ZU EMPFEHLEN!). Nach der Vernissage durfte ich eine Nacht im back-stage-Bereich verbringen - einem magischen Ort, sozusagen "im Bett mit Ian Gillan und Roger Glover".

2011

In Wolfratshausen habe ich von 1991 bis 1996 gewohnt - viele Bilder sind hier entstanden. Damals fand ich in der kleinen Stadt keine Möglichkeit, sie auszustellen. Als Jahre später die Wolfratshauser Kunstmeile begründet wurde, wohnte ich längst an anderen Orten, fühlte mich aber der Stadt noch immer verbunden. Seitdem zeige ich meine Bilder regelmäßig auf der Kunstmeile.

2012

Poesie der Luft

Ausstellung vom 23.11.2012 - 3.2.2013 im Cafe Wohlstadt

Hauptstr. 4 , 82441 Ohlstadt

Eröffnungsrede zur Vernissage als PDF

2013

Von Mai bis Dezember erarbeitete ich unter der Leitung von Tom Decker (Komponist, Texter, Regisseur) und Melanie Decker (Choreografie) gemeinsam mit rund 50 Mitgliedern des Murnauer Vereins M3 das abendfüllende Musical Scrooge über Charles Dickens' A Christmas Carol. Im Dezember fanden dann auf der Bühne des Kultur- und Tagungszentrums Murnau sechs fulminante Vorstellungen statt, die fast vollständig ausverkauft waren. Parallel dazu zeigte ich im Kultur- und Tagungszentrum vom 06. bis 21. Dezember 26 Arbeiten: die Original-Bühnenbilder sowie vorbereitende Studien. Neben meinem Mitwirken an Chor, Choreografie und drei Nebenrollen hatte ich mich auf das Entwickeln des Bühnenbildes konzentriert: Acryl auf Holz 3m x 8m sowie 12 mittlere Formate (Mischtechniken auf Kork), die während der Vorstellung per beamer auf den Bühnenhintergrund projeziert wurden.

Video von der Eröffnung